Persönlichkeiten und Orte

Bedeutende Grabstätten

Vom Löwendenkmal bis zum schlichten Restitutionsstein: Acht Grabstätten erzählen von Reformen, Luftfahrt, Bildung und der widersprüchlichen Geschichte dieses Ortes.

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Wer ist auf dem Invalidenfriedhof begraben?

Zu den hier Beigesetzten gehören Gerhard von Scharnhorst, Marga von Etzdorf, Gotthilf Hagen und Ernst Troeltsch. Die folgende Auswahl stellt acht Personen vor und zeigt, woran Sie ihre Grabstätten erkennen. Sie ist kein vollständiges Namensregister. Für die Suche nach anderen Verstorbenen hilft die Anleitung zur Grabsuche.

Bekannte Gräber: Personen, Fotos und Lage

Ausgewählte Persönlichkeiten

8 dokumentierte Grabstätten
  1. Grabdenkmal Gerhard von Scharnhorsts

    Reform und Staat

    Gerhard von Scharnhorst

    1755–1813

    Grabfeld C · Löwendenkmal

    Der preußische Heeresreformer wurde 1826 von Prag nach Berlin überführt. Sein 1834 vollendetes Denkmal verbindet Karl Friedrich Schinkels Architektur mit dem ruhenden Bronzelöwen Christian Daniel Rauchs und Reliefs Friedrich Tiecks. Schauen Sie nicht nur nach oben: Auch die Seiten des Sockels gehören zur Erzählung des Denkmals. Grab und Monument entstanden hier also lange nach Scharnhorsts Tod.

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  2. Grabmal Gotthilf Hagens

    Ingenieurwesen

    Gotthilf Hagen

    1797–1884

    Grabfeld C · schwarze Stele

    Gotthilf Hagen war Ingenieur und Wasserbaumeister. Die schwarze Stele nennt auch seine Frau Auguste: Sie ist ein gemeinsames Familienzeichen, nicht nur das Denkmal eines Berufslebens. Zwischen den auffälligen Militärmonumenten erinnert dieses Grab daran, dass hier im 19. Jahrhundert auch Zivilpersonen beigesetzt wurden. Achten Sie auf die Namen beider Eheleute statt allein auf den prominenten Familiennamen.

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  3. Grabstein von Marga von Etzdorf

    Luftfahrt

    Marga von Etzdorf

    1907–1933

    Findling mit persönlicher Inschrift

    Die Fliegerin Marga von Etzdorf gehört zu den Frauen, deren Geschichte sich auf dem Invalidenfriedhof entdecken lässt. Ihr Findling trägt den persönlich gewählten Satz „Der Flug ist das Leben wert“. Anders als die repräsentativen Denkmale in der Nachbarschaft setzt der Stein auf eine kurze Inschrift und die natürliche Form des Felsens. Vergleichen Sie diese Gestaltung mit dem Löwen auf Scharnhorsts Grab.

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  4. Grabmal Werner von Fritschs

    Militärgeschichte

    Werner von Fritsch

    1880–1939

    Steinplatte in Sarkophagform

    Werner von Fritsch war ehemaliger Oberbefehlshaber des Heeres. Sein erhaltenes Grabmal von 1939 ist als schwere Steinplatte in der Form eines Scheinsarkophags gestaltet.

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  5. Friedrich Friesens Grabkreuz · Aufnahme 2008

    Bildung und Religion

    Friedrich Friesen

    1784–1814

    Grabfeld C · gusseisernes Kreuz

    Der Pädagoge und Mitbegründer der deutschen Turnbewegung starb 1814 in Frankreich; seine Beisetzung in Berlin folgte erst 1843. Das schwarze gusseiserne Kreuz mit goldenen Ornamenten unterscheidet sich deutlich von den steinernen Monumenten ringsum. Seine ausführliche Inschrift macht die Überführung zum Thema. Damit erzählt das Grab auch von der langen Zeit zwischen dem Tod und der Bestattung an diesem Ort.

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  6. Job von Witzlebens Schinkel-Denkmal · Aufnahme 2013

    Reform und Staat

    Job von Witzleben

    1783–1837

    Grabfeld C · Schinkel-Denkmal

    Der preußische Kriegsminister erhielt ein von Karl Friedrich Schinkel entworfenes Grabdenkmal. Unter dem grünen Baldachin steht eine geflügelte Viktoria; Adler bekrönen den Aufbau. Anders als ein massiver Grabstein wirkt das Monument dadurch wie eine kleine offene Architektur. Der Name ist nicht mit dem ebenfalls hier bestatteten Ferdinand August von Witzleben zu verwechseln.

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  7. Winterfeldts Grabdenkmal vor der Hinterlandmauer · Aufnahme 2008

    Militärgeschichte

    Hans Karl von Winterfeldt

    1707–1757

    Grabfeld C · Denkmal mit Porträtmedaillon

    Winterfeldt war ein General und Vertrauter Friedrichs II. Auf seinem Denkmal von Heinrich von Ledebur sind Porträt und militärischer Schmuck zu sehen; ein Eisengitter umgibt die Anlage. Die Inschrift verwendet die Namensform „Hans Carl von Winterfeld“. Das Foto zeigt hinter dem Monument die Hinterlandmauer: preußische Erinnerung und die spätere Teilung Berlins stehen hier unmittelbar nebeneinander.

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  8. Ernst Troeltschs Restitutionsstein · Aufnahme 2023

    Bildung und Religion

    Ernst Troeltsch

    1865–1923

    Grabfeld B · Restitutionsstein

    Der evangelische Theologe steht für die wissenschaftliche und zivile Geschichte dieses Begräbnisortes. Sein ursprünglicher großer Findling ging nach 1945 verloren. Heute bezeichnet ein niedriger Restitutionsstein die Grabstelle. Das ist keine Nachbildung des alten Denkmals: Der neue Stein macht den Namen am Ort wieder lesbar, während der Verlust des ursprünglichen Grabmals sichtbar bleibt.

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Mit „Zur Karte“ öffnen Sie den jeweiligen Grabpunkt. Die Fotografien zeigen Aufnahmen aus unterschiedlichen Jahren, keinen tagesaktuellen Zustandsbericht. Für einen zusammenhängenden Besuch verbindet der Rundgang ausgewählte Gräber mit den Mauerresten.

Liegt Manfred von Richthofen noch auf dem Invalidenfriedhof?

Nein. Seine sterblichen Überreste wurden 1975 nach Wiesbaden umgebettet. Ein Erinnerungszeichen am früheren Ort ist daher nicht mit seiner heutigen Grabstätte gleichzusetzen. Diese Unterscheidung ist auch bei alten Plänen und historischen Personenlisten wichtig.

Warum sehen die Grabmale so unterschiedlich aus?

Ein erhaltenes Denkmal, eine restaurierte Anlage und ein Restitutionsstein erzählen nicht dieselbe Geschichte. Bei Troeltsch ersetzt ein niedriger Stein das verlorene Monument; bei Scharnhorst steht die aufwendige künstlerische Gestaltung im Vordergrund. Die Seite Grabarten und historische Grabformen erklärt die Unterschiede, die Friedhofsgeschichte die Ursachen der Verluste.

Die Aufnahme in dieses Verzeichnis ist keine Ehrung oder Bewertung einer Biografie. Gerade die Militärgeschichte des 20. Jahrhunderts verlangt, Rolle und Verantwortung der einzelnen Personen mitzudenken.

Orientierung zu den Grabstätten

Bekannte Grabstätten auf der Karte

8 ausgewählte Grabstätten mit kartierter Lage auf dem Invalidenfriedhof Berlin.

AdresseScharnhorststraße 33, 10115 Berlin

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Die Nummerierung verbindet jede Grabstätte mit ihrer Markierung auf der Karte.

Die Markierungen unterstützen die Orientierung vor Ort. Wegeführung und Zugang ergeben sich aus dem Friedhofsplan.

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